Augen auf beim Kittenkauf!

Voraussetzungen für die Katzenhaltung

Man sollte sich gut überlegen, ob man die nötigen Voraussetzungen mitbringt, um sich eine Katze anzuschaffen. Viele Menschen unterschätzen sowohl den zeitlichen wie auch den finanziellen Aufwand, den die Katzenhaltung mit sich bringt. Eine Katze ist ein intelligentes, fühlendes Wesen, das Beschäftigung und Zuneigung braucht. So viel Freude eine Katze uns auch bereitet, sie macht auch Arbeit. Das Katzenkistchen will gereinigt sein und die Katze gefüttert werden. Je nach Rasse nimmt die Fellpflege zusätzliche Zeit in Anspruch. Auch putzt man wesentlich häufiger, wenn man so ein Fellknäuel als Mitbewohner hat. 

Wie der Mensch kann auch die Katze von Zeit zu Zeit krank werden oder sich verletzen. Die Katze muss jährlich geimpft werden und wird zweimal im Jahr entwurmt. Für den Gang zum Tierarzt sollten also genügend finanzielle Reserven budgetiert werden! Katzen sind sehr soziale Wesen, je nach Rasse sind sie sogar äusserst anhänglich und menschenbezogen. Wer selten zu Hause ist, sollte von der Anschaffunge einer Katze absehen. Eine zweite Katze kann die Beziehung zum Menschen nicht ersetzen! 

Tägliche Rituale wie Spielen, Bürsten und Streicheleinheiten sollten nicht zu kurz kommen. Katzen mögen keine Veränderungen, sie schätzen einen geregelten Tagesablauf. Sie sind, entgegen landläufiger Meinung, keine Einzelgänger! So sollten Katzen nicht alleine gehalten werden, selbst wenn sie frei Freigänger sind. Es sollten immer mindestens zwei Katzen zusammen gehalten werden. Optimal ist es, zwei Kitten aus dem gleichen Wurf zu sich zu nehmen. 

So süss kleine Katzenbabies auch sind, sie werden erwachsen und sie altern. Mit zunehmendem Alter der Katze kann die Pflege und Haltung aufwändiger werden, auch finanziell. 

Wohnungskatze oder Freigänger?

Hat man sich die Anforderungen, die die Katzenhaltung an uns Menschen stellt, gründlich überlegt, stellen sich neue Fragen. Soll es ein Freigänger oder lieber eine Wohnungskatze sein? Möchte ich meiner Katze Freigang ermöglichen, eignet sich eine exotisch anmutende Rassekatze eher weniger. Leider „verschwinden“ solche Tiere oft. Auch werden Freigänger des öfteren überfahren. Nur wer in einer ruhigen Wohnlage lebt mit wenig Verkehr, sollte über die Haltung eine Freigänger-Katze überhaupt nachdenken. Will ich eine Wohnungskatze, eignet sich eine Katze vom Bauernhof eher nicht, da sie Freilauf von klein auf gewohnt ist. Das Gleiche gilt oft auch für Katzen aus dem Tierheim. 

Welche Art von Katze soll es sein?

Möchte ich eine Katze vom Bauernhof, eine Katze aus dem Tierheim oder doch lieber eine Rassekatze?

Die Bauernhofkatze

Wer sich eine Katze vom Bauernhof anschafft, muss sein Tier in der Regel selber impfen und entwurmen. Man sollte sich bewusst sein, dass man hier in der Regel einen Vermehrer unterstützt, der seine Tiere unkastriert herumstreunen lässt. Das bedeutet sowohl für die Kätzinnen als auch für die Kater viel Stress. Die Kätzinnen sind permanent trächtig, kaum haben sie geworfen, werden sie erneut gedeckt. Die Kater hingegen laufen durch ihre kilometerweiten Streifzüge auf der Suche nach einem rolligen Weibchen Gefahr, überfahren zu werden. Die Rangkämpfe potenter Kater sind zudem oft lebensgefährlich und hinterlassen böse Wunden. 

Ein Gesundheitszeugnis gibt es in den seltensten Fällen. Bauernhof-Kitten werden oftmals krank. Sie können sich schon in den ersten Lebenswochen mit Parasiten und Katzenschnupfen infizieren. Ungeimpft sind sie auch anfällig auf noch ernsthaftere Krankheiten wie z.B. FIP oder Leukose. Eine solche Infektion ist meist nicht auf den ersten Blick sichtbar und wird oft erst viel zu spät erkannt. Sollten Sie sich für eine Katze vom Bauernhof entscheiden, bringen Sie sie bitte unverzüglich zum Gesundheitscheck und zur Grundimmunisierung zum Tierarzt! 

Achten Sie darauf, ob das Tier im Haus mit der Familie aufwächst, oder ob die Mutterkatze die Kitten im Stall grosszieht. Kitten, die in einem Stall auf wachsen, sind oft kaum sozialisiert und daher scheu. Die Prägung und Sozialisierung einer Katze findet hauptsächlich in den ersten zwölf Lebenswochen statt. Spätere Korrekturen sind nur schwer möglich. 

Bei Freigängerkatzen ist es äusserst wichtig, diese zu kastrieren und das möglichst früh (Katzen können bereits mit 16 Wochen potent sein. Eine Trächtigkeit in diesem Alter kann aber tödlich verlaufen)! Dies um der wilden Vermehrung vorzubeugen, aber auch um die Katze vor Verletzungen durch Rangkämpfe zu schützen

Die Katze aus dem Tierheim

Leider gibt es immer wieder Menschen, die sich ein Tier unüberlegt anschaffen, oder die den Anforderungen, die die Haltung eines Tieres stellt, plötzlich nicht mehr gerecht werden. So platzen die meisten Tiereheime heutzutage aus allen Nähten. Eine Katze aus dem Tierheim bei sich aufzunehmen, ist eine noble Tat. Doch auch hier gilt es einiges zu beachten. Katzen aus dem Tierheim bringen ihre Lebensgeschichte mit sich. Diese ist dem Tierheim aber oft unbekannt. In diesem Rahmen ist es schwer möglich, herauszufinden, wie gut eine Katze sozialisiert wurde und wie sie sich später im neuen Zuhause verhalten wird. Das kann zu unangenehmen Überraschungen führen. Ist die Katze in ihrer neuen Umgebung unglücklich, wird sie dies möglicherweise durch Markieren oder Kot absetzen ausserhalb der Katzenkiste anzeigen. Um solchen Unannehmlichkeiten vorzubeugen, ist es von Vorteil, die erwählte Katze im Tierheim mehrfach zu besuchen und Zeit mit ihr zu verbringen und sich möglichst gut über ihre Vorgeschichte und Gewohnheiten zu informieren. Doch auch dies ist keine Garantie dafür, dass sie sich im neuen Zuhause genauso verhält. Bestehen Sie auch im Tierheim auf ein Gesundheitszeugnis, die nötigen Impfungen und Entwurmung. Seriöse Tierheime verlangen eine Schutzgebühr für ihre Schützlinge.

Die Rassekatze

Die Rassekatze stammt von reinrassigen Eltertieren ab. Eine Rassekatze muss den Rassenstandard der jeweiligen Katzenrasse erfüllen. Die verschiedenen Katzenrassen unterscheiden sich nicht nur äusserlich, jede einzelne Katzenrasse hat auch ihr rassetypisches Wesen und Charakter. Die Rassekatze wird von seriösen Vereinszüchtern gezüchtet und hat einen Stammbaum. Leider gibt es aber auch schwarze Schafe, die Rassekatzen ohne Stammbaum und ohne Kontrolle vermehren. Auf Massenzuchten, die ihre Katzen als Gebärmaschinen missbrauchen um daraus Profit zu schlagen, gehe ich hier nicht näher ein. Die Existenz solcher Massenzuchten und wie man sie erkennt, sollte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. 

 

Das sollte bei der Wahl einer Rassekatze beachtet werden

Habe ich mich für eine Rassekatze entschieden, stellt sich die Frage, welche Rasse zu mir passt. Nicht das äussere Erscheinungsbild sollte unsere Wahl primär beeinflussen,  sondern viel mehr der Charakter und das Energielevel der Rasse. Thaikatzen zum Beispiel haben einen starken Charakter und ein hohes Energielevel, sind also eher nicht geeignet für jemanden, der sich eine ruhige, gemächliche Couchpotato wünscht.

Leben Kinder und Hunde im Haushalt, sollte dies bei der Wahl der geeigneten Katzenrasse mit einbezogen werden. Nicht alle Katzen können problemlos mit Kindern oder Hunden gehalten werden. Thaikatzen eignen sich mit ihrem äusserst sozialen Wesen zum Beispiel gut dazu. Informationen zu den verschiedenen Rassen finden Sie auf diversen Züchterportalen oder auf Google. Beim Besuch einer Katzenausstellung können die verschiedenen Rassen live erlebt werden und Sie können dabei bereits erste Kontakte zu Züchtern knüpfen. Manche Züchter stellen auch ihre aktuellen Würfe aus. Sehr aussergewöhnliche, seltene oder noch neue Katzenrassen finden sich nicht an jeder Katzenausstellung. 

 

Die Wahl des Züchters

Wie erkenne ich einen guten Züchter? Ein seriöser Züchter ist einem Verein angeschlossen, seine Tiere erhalten hochwertiges Futter, werden gut sozialisiert, werden frühestens mit zwölf, lieber aber erst mit 13-14 Wochen abgegeben. Die Kitten werden mit Stammbaum, Gesundheitszeugnis, kastriert, mindestens zweimal geimpft und entwurmt abgegeben.

Der seriöse Züchter hält sich an die Regeln und Vorgaben seines Vereins. Dazu gehört zum Beispiel eine Beschränkung der Anzahl Würfe pro Katze auf maximal zwei im Jahr oder drei in zwei Jahren, je nach Verein. Es empfiehlt sich, Züchter zu bevorzugen, die ihre Zuchttiere ausstellen und somit regelmässig überprüfen, ob ihre Tiere dem Rassestandard entsprechen. Beim seriösen Züchter werden die Elterntiere auf rassespezifisch gängige Erbkrankheiten wie z.B. PRA getestet.

Die meisten Züchter haben eine Internetseite, wo man sich vor einem Besuch bereits Informationen über die Zucht holen kann.  

 

Wichtige Regeln für den Besuch einer Katzenzucht

Ganz wichtig: Es sollte nur eine Zucht pro Tag besucht werden,  besser nur eine pro Woche, um die Übertragung von möglichen Krankheitserregern von einer Zucht zur anderen zu vermeiden. Besonderes Augenmerk ist auf die Haltung der Tiere zu legen. Die Katzen sollten Familienmitglieder sein und nicht in separaten Räumen leben müssen.

Eine Ausnahme machen hier die potenten Kater, die zeitweise von den potenten Kätzinnen getrennt gehalten werden müssen. Lassen Sie sich auch den Katerraum zeigen. Auch die "Herren des Hauses" sollen eine würdige Unterbringung geniessen dürfen. Der Katerraum soll geräumig genug sein, Tageslicht haben und mit allem ausgerüstet sein, was eine Katze braucht. Der Kater darf nicht den ganzen Tag alleine gehalten werden, auch er braucht Zuneigung und Zugang zu Artgenossen! Am besten wird ein Kater mit einem Kastraten zusammen gehalten.

Wie einem die Katzen und die Kitten begegnen zeigt, ob sie gut sozialisiert sind. Sind sie sehr scheu, ist das kein gutes Zeichen! Sie sollten Interesse zeigen und zugänglich sein. Natürlich frage ich den Züchter, wie er seine Tiere füttert. Hochwertiges Nassfutter oder Barf sind eine gute Wahl. Trockenfutter ist keine gesunde Nahrung für Katzen, es kann auf Dauer die Nieren schädigen! Und nicht zuletzt: Auf das Bauchgefühl hören, es sagt mir genau, wo ich richtig bin! Das Kitten, dass auf mich zukommt und mein Herz erobert, ist immer das richtige! 

Nun wünsche ich frohes Suchen! Ich hoffe, das ersehnteTraumkitten ist bald gefunden und dass Sie viel Freude damit haben werden!

Royal Descendants / Harschwilerstr.18 / CH-9203 Niederwil /